Ich grüße euch mit dem Monatsspruch für März:
„Da weinte Jesus.“
Joh. 11,35
Warum weinte Jesus? Der Zusammenhang zeigt: Aus Mitgefühl mit den Schwestern Maria und Martha, dessen Bruder Lazarus an seiner Krankheit gestorben war.
Der Bibeltext verrät uns aber auch, dass sich Jesus später über die Trauernden ärgert (V. 33). Und dass Jesus den Verstorbenen bald danach (nach vier Tagen im Grab!) lebendig machte. Es scheint so, dass Jesus als er weinte, schon wusste, was er tun würde. Warum dann die Tränen?
Ich glaube, Jesus hatte einfach Mitleid mit den Trauernden. Er versetzte sich in ihre Lage. Für sie war der Tod endgültig, zumindest bis zur Auferstehung der Toten.
„Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“ (Röm. 12,15) fordert uns Paulus in Römer 12,15 auf. Nehmen wir am Leid der Menschen um uns herum teil? Oder interessiert es uns nicht? Ich glaube, echte Tränen der Anteilnahme (nach dem Vorbild Jesu) sind manchmal ein besseres Zeugnis der Liebe Gottes, als wenn wir nur von ihm sprechen.
Und auch wenn wir mit trauernden Christen reden, sollten wir nicht so tun, als würden wir wegen unserer Auferstehungshoffnung nicht mehr trauern müssen. Es ist normal zu trauern, wenn statt dem geliebten Menschen plötzlich eine Lücke da ist. Auch weil man nicht weiß, in wie vielen Jahren man ihn wiedersehen wird.
Dass Jesus sich nicht als einer zeigt, der immer über den Dingen steht, sondern als einer, der mitten in unser Leid herunterkam, der uns versteht, der mit uns leidet, das macht mich froh. – Jesus hat aber nicht nur aus Mitgefühl mit unserer Trauer geweint. Ihm ging die Verlorenheit der Menschen zu Herzen, als er z. B. über Jerusalem weinte (Lk. 19,21). Doch bei Jesus blieb es nicht bei ein bisschen Herzschmerz. Sondern aus seinen Tränen wurden Taten. Aber nicht nur übernatürliche Wunder, wie die Auferweckung des Lazarus. Viel wichtiger war sein Tod am Kreuz, durch den er alle Gottesferne und die Macht des Todes überwunden hat – für jeden, der an ihn glaubt.
Danke, Jesus, für deine mitfühlende Liebe, die zur rettenden Tat wurde!
Amen.
Herzlich grüßt euch
Andreas Weiß